Weltweit größtes Infrarot Teleskop
Fast drei Meter groß und 20 Tonnen schwer ist das Teleskop, das sich
an Bord einer Boeing 747 befindet. Damit will die USRaumfahrtbehörde
NASA gemeinsam mit ihren Kollegen vom Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter anderem die Entstehung
junger Sternen- und Planetensysteme beobachten; das Projekt
wird auch als fliegende Sternwarte bezeichnet. Das infrarote Licht
dieser Objekte, für das sich die Wissenschaftler besonders interessieren,
ist vom Boden aus nur eingeschränkt zu empfangen, da insbesondere
der Wasserdampf in der Erdatmosphäre für diese Strahlung unpassierbar
ist. In einer Flughöhe von etwa 13 Kilometern ist der Einfluss
der Erdatmosphäre vernachlässigbar und somit der Weg frei für
die Beobachtung der infraroten Strahlung astronomischer Objekte.
Fliegende Sternwarte "SOFIA"
Koordiniert wird die Fertigstellung und der Betrieb der fliegenden
Sternwarte "Sofia" (Stratosphären Observatorium für Infrarot-
Astronomie) für die Deutsche Seite vom DSI, dem Deutschen SOFIA
Institut, das sich an der Universität Stuttgart befindet. Das DSI-Team
bestehend aus Ingenieuren, Wissenschaftlern, Logistikern und Technikern
sorgt für die Einsatzbereitschaft, die Instandhaltung und die Weiterentwicklung
des Teleskopes.
Instandhaltungssoftware
Die Dokumentations- und Instandhaltungssoftware für das aus über
11.000 Einzelteilen bestehende Teleskop wurde von der Oldenburger
Firma Erpwerk entwickelt. Sie liefert Informationen über die Flugtauglichkeit
des Teleskopes und sorgt dafür, dass die, für laufende und zukünftige
Wartungsarbeiten benötigte Ersatzteile rechtzeitig vorhanden sind. Außerdem
verwaltet Sie alle zu den Einzelteilen vorliegenden Dokumente wie
Handbücher, technischen Zeichnungen, Wartungsprozeduren, Material-
Zertifikate u.s.w. und stellt diese über eine komfortable Suchfunktion den
Benutzern zur Verfügung. Die Ingenieure können z.B. über sog. Hotspots
(Markierungen auf den technischen Zeichnungen) visuell durch das Teleskop
navigieren und die gesuchten Bauteile einfach per Mausklick finden.
Die Daten werden auf einem zentralen Server im Internet verwaltet. Der
Zugriff darauf geschieht verschlüsselt.
Lagerverwaltung, Bestellwesen und Projektverwaltung
Neben der Instandhaltung und Dokumentation erfüllt die Software
auch noch weitere Aufgaben für das gemeinsame Projekt von NASA
und DLR: Lagerverwaltung, Bestellwesen, Rechtemanagement und
Projektverwaltung.
Damit die NASA Ingenieure regelmäßig über die laufenden Instandhaltungsarbeiten
am Teleskop informiert sind wird die Software über
eine Web-basierte Schnittstelle zum NASA-System verfügen. Darüber
können dann alle projektrelevanten Daten ausgetauscht werden.
Eine der größten Herausforderungen an die Software war die komfortable
Bearbeitung auch großer Datenmengen über das Internet, damit
das Projekt-Team weltweit, standortunabhängig mit der Software
arbeiten kann. Dabei werden Standardmodule, also vorgefertigte
Softwarebausteine benutzt, die den Projektanforderungen entsprechend
angepasst worden sind. Dadurch werden Kosten gespart und
Entwicklungszeiten verkürzt und nicht zuletzt die Komplexität deutlich
Navigation durch die Teleskop Struktur (Assembly) über Hotspots reduziert.
Das Charakteristische Sternbild des Orion in zwei Darstellungen:
als Fotografie im für Menschen sichtbaren Bereich des Lichtes (links)
und als Infrarot-Aufnahme (rechts)
Revisionssicheres Dokumentationsmanagment mit Dokumentenfreigabe
Bestellmodul mit automatischen Bestellvorschlägen zur Erfüllung der Wartungsaufgaben
Navigation durch die Teleskop Struktur (Assembly) über Hotspot